Jeder hat seine Schwächen. Eine meiner Schwächen sind kleine, trashige Filme von denen der Otto Normalverbraucher wahrscheinlich noch nie etwas gehört hat. Deshalb habe ich  es mir zur Aufgabe gemacht, euch in diesem Segment ein paar dieser durchaus sehenswerten Perlen näher bringen. Egal ob sie nun in die Kategorie “So schlecht, dass es wieder gut ist” fallen oder wirklich sehenswert sind.

Den Startschuss macht der britische Action-Krimi Avengement – Blutiger Freigang.

Cain Burgess (Scott Adkins) schafft es sich gerade so mit gelegentlichen Boxkämpfen über Wasser zu halten. Als er sich eines Tages dazu entschließt ein Fitness Studio zu eröffnen, um seinem alten Leben den Rücken zu kehren, benötigt er eine Investition von seinem kriminellen Bruder. Dieser verlangt jedoch, dass Cain einen seiner Schuldner ausraubt um sich das Geld zu verdienen. Leider geht der Überfall gehörig schief und Cain wird zu 8 Jahren in Englands härtesten Knast verurteilt. Zu allem Übel scheint auch noch jeder Insasse nach seinem Leben zu trachten. Anstatt aufzugeben, schwört Cain Rache an denjenigen zu nehmen, die in diese Situation gebracht haben.

Avengement – Blutiger Freigang stellt die mittlerweile sechste zusammenarbeit zwischen dem britischen Kickboxer Scott Adkins und dem Regissuer Jesse V. Johnson dar. Beide sind über die Jahre dafür bekannt geworden, das Genre der klassischen Actionfilme am Leben zu erhalten. Im Gegensatz zum typischen Hollywood Blockbuster gibt es hier kein gigantisches Effekt-Gewitter. Dafür überzeugt der Film mit knallhart inszenierten Schießereien und Schlagabtauschen. Das die Geschichte hier eher im Hintergrund steht, sollte kein Geheimnis sein. Trotzdem ist die Story bzw. das fehlen dieser nicht ganz unproblematisch. In einer Welt der kurzen Aufmerksamkeitsspannen findet man sich nämlich schnell selbst in einem Kampf gegen platte Dialoge und stumpfe Expostion wieder. Wenn man es aber schafft diese anfängliche Ernüchterung zu überstehen (und das solltet ihr!), wird man mit realistisch anmutenden Kampfszenen und brachialer Action belohnt.

Ein Grund dafür könnte die Vergangenheit des Regisseurs  Jesse V. Johnson und des Hauptdarsteller Scott Adkins sein. Ähnlich wie die John Wick Masterminds David Leitch & Chad Stahelski arbeitete Johnson zuvor als Stuntman an Filmen wie Total Recall oder dem dritten Ableger der Mission Impossible Reihe. Adkins war vor seinem Durchbruch hingegen als Kickbox Trainer tätig und hat Erfahrung in den verschiedensten Kampfkünsten. Dank Adkins Vorkenntnissen und Johnsons Erfahrung hat das Team die Möglichkeit, klare  und realitische Kämpfe zu inszenieren die in Blockbustern gar nicht möglich wären.

Ich persönlich finde es wirklich schade, dass die Filme des Duos bzw. Adkins andere Projekte meist nur als Direkt-To-DVD oder Streaming-Exklusives vermarktet werden. Die Action lässt einen relativ schnell über den meist stumpfen Plot hinwegsehen und fehlt definitiv in der modernen Kinolandschaft. Ich kann es nur empfehlen euch mit ein paar Freunden (wahlweise auch einem Kasten Bier) zurückzulehnen und dabei zuzusehen wie sich Adkins in euer Herz prügelt.

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